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28. August 2017

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Plattform fordert flexibleres Arbeitszeitgesetz

Die plattform der Arbeitnehmerverbände Angestellte Schweiz, Kaufmännischer Verband, Schweizer Kader Organisation SKO und der Zürcher Gesellschaft für Personal-Management (ZGP) fordert die Modernisierung des Arbeitsgesetzes für Arbeitnehmende mit hoher Arbeitszeitautonomie. Das heisst: eine einfachere Handhabung des Arbeitsgesetzes, mehr Flexibilität bei hohem Arbeitsanfall, das Recht, die Arbeit örtlich flexibel zu erbringen (z.B. Home Office) und ein verbesserter Gesundheitsschutz.

Das Arbeitsgesetz muss der Realität der Arbeitswelt angepasst werden. Die plattform fordert die Modernisierung des Arbeitsgesetzes. Die Flexibilisierung der Arbeit, welche für viele Arbeitnehmende Realität ist, muss auch im Arbeitsgesetz geregelt sein. Mit der fortschreitenden Digitalisierung gewinnt die freie Einteilung der Arbeit an Bedeutung. Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und ausserberuflichen Aktivitäten soll verbessert werden. Für Arbeitnehmende mit Arbeitszeitautonomie, welche ihre Arbeitszeit mehrheitlich frei einteilen können, sind die Bestimmungen im geltenden Arbeitsgesetz ungenügend. Anpassungen für diese Gruppe von Arbeitnehmenden sind deshalb notwendig.

Die plattform fordert ein gesetzlich verankertes Jahresarbeitszeitmodell, das definiert, für welche Arbeitnehmenden die Flexibilisierung gilt. Gleichzeitig muss der Begriff „Arbeitnehmer, die eine höhere leitende Tätigkeit ausüben“ genauer erklärt werden. Mit der Flexibilisierung müssen wirksame Massnahmen im Gesundheitsschutz einhergehen. Die Prävention psychosozialer Risiken steht dabei im Vordergrund.

Der Vorschlag der plattform sieht im Detail folgende Punkte vor:

  • Zielgruppe sind Arbeitnehmende mit mehrheitlicher Arbeitszeitautonomie, d.h. Arbeitnehmende mit Gestaltungsautonomie, welche mindestens 50% ihrer Arbeits- und Kompensationszeit selber bestimmen können.
  • Arbeitszeit ist mit dem Arbeitgeber im Rahmen eines vertraglichen Jahresarbeitszeitmodells partnerschaftlich und gleichberechtigt zu definieren.
  • Keine Veränderung der jährlichen Maximalarbeitszeit (52 x 45 Stunden).
  • Keine Veränderung der jährlichen Überzeit (170 Stunden).
  • Möglichkeit einer zeitlich beschränkten Erhöhung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit auf 60 Stunden. In diesen Zeiten sind Überstunden und Überzeit eingeschlossen. → Vereinfachte Regelung, da Vorschriften zu täglicher Überzeit wegfallen.
  • Vereinfachung der Ruhe- und Arbeitszeitvorschriften: Ausdehnung des täglichen Arbeitszeitraums auf 15 Stunden und dementsprechend eine mögliche Verkürzung der Ruhezeit auf 9 Stunden (im Durchschnitt über 4 Wochen jedoch 11 Stunden).
  • Recht auf örtliche Flexibilität (z.B. Home Office), insbesondere im Überzeitbereich.
  • Flexible Einteilung der Arbeit über die Arbeitswoche.
  • Massnahmen zum Gesundheitsschutz sind bei diesem Jahresarbeitszeit-Modell zwingend.

Die Verbände der plattform nehmen Stellung zu den aktuellen parlamentarischen Geschäften zum Arbeitsgesetz und setzen sich in der weiteren politischen Beratung im Sinne ihrer Mitglieder für diesen Vorschlag ein.

Weitere Auskünfte:


Kaufmännischer Verband Schweiz, Daniel Jositsch, Präsident, 079 503 06 17


Angestellte Schweiz, Thomas Feierabend, Präsident, 078 602 20 30


Schweizer Kader Organisation SKO, Thomas Weibel, Präsident, 078 602 13 57


ZGP Zürcher Gesellschaft für Personal-Management, Barbara Aeschlimann, Geschäftsführerin, 078 689 03 11

Plattform für Angestelltenpolitik


Die plattform vertritt die gemeinsamen politischen Interessen von Angestellte Schweiz, des Kaufmännischen Verbandes (kfmv), der Schweizer Kader Organisation SKO und der Zürcher Gesellschaft für Personal-Management (ZGP) gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Zusammen vertreten diese Verbände die Anliegen von rund 80000 Mitgliedern in bildungs-, wirtschafts- und angestelltenpolitischen Themen. Ziel ist es, übergeordnete politische Interessen zu bündeln und konsensorientierten und kompromissfähigen Lösungen zum Durchbruch zu verhelfen.