18. August 2016

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Bernafon – Stellenabbau trotz schwarzer Zahlen

Der Hörgerätehersteller Bernafon muss über die Hälfte seiner Stellen abbauen. Der Mutterkonzern überführt die Forschungs- und Entwicklungsabteilung seiner Schweizer Tochter nach Dänemark und Polen, obwohl das Unternehmen gute Zahlen schreibt.

Bernafon hat mit den Sozialpartnern, u.a. dem Kaufmännischen Verband, Personalmassnahmen diskutiert: Der Mutterkonzern der Bernafon, die William Demant Holding (WDH), verordnet dem Berner Traditionsunternehmen einen einschneidenden Personalabbau. Die Schweizer Forschung und Entwicklung wird in die Forschungszentren von Dänemark und Polen überführt. Die WDH-Gruppe will damit ihre Forschungsstandorte verringern. Von der Massnahme sind mehr als 80 Mitarbeitende der knapp 150 Mitarbeitenden der Bernafon betroffen. Ihre Stellen werden bis Ende 2017 abgebaut.

Für den Kaufmännischen Verband ist der Entscheid der WDH-Gruppe stossend, da kein finanzieller Druck für diese Massnahme besteht. Sowohl der Konzern wie auch Bernafon selbst schreiben schwarze Zahlen. Zudem ist das Berner Traditionsunternehmen gut am Markt positioniert. Die Streichung der Forschungs- und Entwicklungsabteilung könnte dazu führen, dass bereits in der Pipeline stehende Produkte nicht mehr auf den Markt gebracht werden. Der Kaufmännische Verband beobachtet, dass sich aufgrund der immer grösser werdenden Konzerne die Konkurrenzsituation verändert: oft findet diese nicht mehr zwischen verschiedenen Unternehmen, sondern innerhalb des gleichen Unternehmens statt.

Der Kaufmännische Verband fordert, dass der in der Schweiz vorgesehene Stellenabbau sozialverträglich und mit guten Sozialleistungen stattfindet. Die gute wirtschaftliche Lage ermöglicht es dem Unternehmen hier den betroffenen Mitarbeitenden gute Bedingungen anzubieten.

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